Latex, der Saft des Gummibaums, ist ein Rohstoff, dessen Elastizität und Zähigkeit unübertroffen ist, und von keinem künstlichen Produkt erreicht wird. In flüssiger Form wird Latex zur Herstellung von dünnwandigen Gummiartikeln wie Luftballons, Babysauger, Operationshandschuhe, Membranen, technische Artikel, Klebstoffe… u.v.m. verwendet.

Geschichte des Kautschuks

Kautschuk ist seit Jahrtausenden ein von Menschen verwendeter Naturstoff.

Von den Mayas im Süd- und Mittelamerika ist seit dem 4. Jahrhundert die Verwendung von Bällen für kultische Spiele bekannt, die aus dem elastischen Harz des Baumsaftes gefertigt wurden.

Christoph Columbus (1451-1506) beobachtete bei seiner Amerikareise 1492 in Haiti diese kultischen Spiele und berichtete als erster in Europa von dem Werkstoff Kautschuk (Kaou-tschou, was auf indianisch bedeutet: Stamm, der tränt). Der Werkstoff wurde zur Herstellung von Bällen, zur Abdichtung von Gefäßen, und Beschichtung von Kleidungsstücken verwendet. Proben des Kautschuks kamen im 16. Jahrhundert wiederholt nach Europa, jedoch lediglich als Kuriosum, ohne praktischen und wirtschaftlichen Wert.

Im Jahr 1740 wies der Franzose De La Condamine (1701-1774) die französische Akademie auf die Eigenschaften, insbesondere die Elastizität, des Kautschuks hin

1770 wandte der Engländer John Priestley (1733-1804) Kautschuk als Radiergummi (rubber) an.

Im 18. Jahrhundert entdeckte man, dass man Kautschuk in Terpentin, Petroleum, Benzol lösen, und mit dieser Lösung Mäntel imprägnieren kann. 1825 wurden die ersten *macintosh’s* durch Charles Macintosh gefertigt. Diese Mäntel sind an heißen Sommertagen weich und klebrig und an kalten Tagen hart und brüchig.

Nathaniel Hayward entwickelte das Vulkanisationsverfahren (dreidimensionale Vernetzung) mit Schwefel, das 1839 von Goodyear gekauft wurde, und die großtechnische Verwendung von Kautschuk begründete. Bei der Vulkanisation werden die Makromoleküle miteinander verkettet, je nach Menge des eingesetzten Schwefels kann man die Härte des Gummis zwischen Weichgummi und Hartgummi einstellen.

Gewinnung und Verarbeitung von Naturkautschuk

Latex wird vornehmlich aus der Pflanze Hevea-Brasiliensis, die in Brasilien, Malaysia, Vietnam, Kamerun wächst, gewonnen. Dabei wird die Rinde der Bäume angeritzt, das ausfliesende Latex wird in kleinen Gefäßen gesammelt. Nach dem Zapfen des Latex schließt sich der Einschnitt in der Baumrinde durch Koagulation. Es bildet sich rasch neuer Latex; so können die Bäume in den folgenden Tagen wieder gezapft werden. Latex ist ein kolloidales System, in dem abhängig vom Alter des Baumes, der Jahreszeit sowie des Wetters verschiedene Stoffe gelöst sind.

Die Zusammensetzung des Latex wird wie folgt beschrieben:

60% Wasser
20% bis 45% Kautschuk
2% Proteine
1,5% Harz
0,5% Fettsäuren

Je Hektar Latexplantage können pro Jahr bis zu 1,5 t Latex gewonnen werden.

Nach dem Zapfvorgang wir das Latex in großen Behältern gesammelt und stabilisiert. Die Festkörper werden entfernt und durch Zentrifugieren oder Aufrahmen wird die Kautschukkonzentration auf (mindestens) 60 % erhöht.

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